Gruppenpsychotherapie

Wann kommt eine Gruppentherapie für Sie in Frage?

Der Mensch verbringt einen großen Teil seiner Zeit in Gruppen. Die erste Gruppe, die ihn lange begleitet, ist die Familie. Später entwickelt er sich in einem Gruppenkontext, ist ein soziales Wesen. In der Familie sammelt er erste Beziehungserfahrungen, angenommen zu werden, aber auch mit Konflikten konfrontiert zu sein. Ganz wesentliche Zeit verbringt er später in Gruppen in der Schule und in Arbeitsfeldern. Der Umgang mit diesen Beziehungen ist immer geprägt von der Ursprungsfamilie.

Durch Krankheit, Probleme und Krisen wird die Fähigkeit, sich in Gruppen angenommen und wohl zu fühlen, oft reduziert, so dass sich Menschen in die Einsamkeit zurückziehen. Sie sind damit auf die eigenen Kräfte angewiesen, um die Probleme zu lösen. Eine Einzeltherapie kann in diesem Zusammenhang sehr wichtig sein. Leider ist es den meisten Menschen unbekannt, wie viele Vorteile eine Gruppentherapie über eine gewisse Zeit mit sich bringen kann.

Sicherheit in Gruppen zu finden, mit anderen auf gleicher Ebene in einen Austausch zu treten, sich anvertrauen zu können, sind Fähigkeiten, die in einem Gruppenrahmen neu erlernt oder wiedergefunden werden können. Sie machen es möglich, aus einem "Ich" ein "Wir" zu machen. Neu gewonnene Fähigkeiten lassen sich auch auf das Leben außerhalb der Therapiegruppe übertragen. Gemeinsames Erleben, Verstehen und Verstanden werden hilft, um nicht nur mit anderen, sondern auch mit sich selbst (wieder) in Kontakt zu kommen.

Nicht jeder braucht das Gleiche. Die einen profitieren vom Wiedererleben von Gefühlen, andere davon, nicht mehr von Gefühlen überwältigt zu werden. Manche erleben in der Gruppentherapie erstmals Anerkennung und Gemeinsamkeit, andere lernen, achtsam mit sich selbst sein zu können. Die Gruppentherapie bietet einen Rahmen, in dem ausprobiert werden kann. Und der eine kann von der Entwicklung des anderen mitlernen.

Gruppenanalytische Psychotherapie

Die gruppenanalytische Psychotherapie nach S. H. Foulkes ist "eine Art Psychotherapie der Gruppe durch die Gruppe". Die Teilnehmer lernen voneinander, als Teil eines Netzes, durch verschiedenste Wechselwirkungen. Sie erleben gemeinsam Entwicklungen, können sich im anderen wiedererkennen. Lernen, eine gemeinsame Sprache für zuvor Sprachloses zu finden.

Die Teilnehmer verpflichten sich zu einer regelmäßigen Teilnahme und werden darauf hingewiesen, dass sie Verschwiegenheit halten müssen, damit sich jeder in der Gruppe frei äußern kann. So ist es möglich, sich zunehmend spontan zu äußern und neue Umgangsformen miteinander zu üben. Erkrankung bedeutet oft innere oder äußere Isolation. Im Spiegel der Anderen kann wahrgenommen werden, wie man selbst auf andere wirkt. Möglicherweise zuvor erlebtes Unbehagen kann mitgeteilt, verstanden und verändert werden.

Zunehmend kann es nun zur "frei strömenden Diskussion" kommen. Es eröffnet sich ein neuer Raum, ein Reflektionsraum, aber auch "Spielraum". In diesem Zuge kommt es zu korrigierenden emotionalen Erfahrungen. Oft können nun Bedeutungszusammenhänge verstanden und neue Einsichten gewonnen werden.

Die gruppenanalytischen Therapiegruppen, die ich anbiete, finden zu folgenden Zeiten statt:

Mittwochs von 9.00 bis 10.40 Uhr (Frauengruppe)
Donnerstags von 14.40 bis 16.20 Uhr (gemischte Gruppe, Fokus Achtsamkeit)
Donnerstags von 17.00 bis 18.40 Uhr (gemischte Gruppe)
sowie Dienstags von 10.00. bis 11.40 Uhr (gemischte Kombigruppe, Fokus Resilienz)

Es finden, wie auch bei einer Einzeltherapie, etwa 3 bis 7 Vorgespräche statt, in denen wir herausfinden werden, ob Sie von einer analytischen Gruppentherapie profitieren werden.

Je nach Vereinbarung mit dem Patienten werden entweder zunächst 12, 24 oder direkt 80 Sitzungen bei der Krankenkasse beantragt. Wenn Sie Privatpatient sind, sollten Sie sich über den Umfang der Kostenerstattung bei Ihrer Versicherung informieren. Selbstverständlich werden Sie auch als Selbstzahler angenommen.

Siehe auch: Der Tagesspiegel - Psychotherapie in Gruppen: Der heilsame Zirkel